Digitalforum Gesundheit 2020

Wie gelingt die Digitalisierung der Kliniken in Deutschland? Mit welchen Projekten sollen die Kliniken starten? Welche Investitionsmittel sind erforderlich? Die Erörterung und Beantwortung dieser Fragen stehen im Mittelpunkt des Digitalforums Gesundheit am 31.03.2020.
 
Digitalisierung der Medizin ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung für bessere, individuelle Versorgung, für mehr Patientensicherheit und zur Demokratisierung von Spezialwissen. Digitalisierte Medizin schafft Zugangsgerechtigkeit für alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig vom Wohnort und dem Vorhandensein von Spezialwissen etwa einer Uniklinik.

Deutsche Kliniken setzen bereits zahlreiche Digitalisierungsprojekte um. Häufig werden diese von digital affinen Ärzten selbst entwickelt und in die klinische Routine eingeführt. Wichtig ist, dass diese Projekte wahrgenommen und ihre Erfolge sichtbar gemacht werden. Genauso bedeutsam sind die handelnden Ärzte und ihre Inspiration, mit der sie Digitalprojekte umsetzen. Das Digitalforum Gesundheit bietet diesen Akteuren ein Schaufenster für anwendbare, finanzierbare und der Versorgungsqualität dienliche Projekte.
 
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist die „Mutter aller Digitalisierungsmaßnahmen“ in der Gesundheitsversorgung. Wenn Ärzte und Kliniken mitwirken, Pflegeeinrichtungen Zugriff erhalten und Patienten ihre Gesundheitsdaten spenden können, kommt der enorme Nutzen der patientenzentrierten ePA für Versorgung und Forschung zum Tragen. Wie Interoperabilität, Vergütung zur Befüllung der ePA mit medizinischen Daten und Zugriffskonzepte bei der Einführung der ePA umgesetzt werden, steht im Fokus des Digitalforums Gesundheit.

Die Kliniken in Deutschland können die notwendigen Investitionsmittel für IT und Digitalisierung nicht aufbringen. Sie sind auch häufig nicht in der Lage, mit anderen Branchen erfolgreich bei der Anwerbung, beispielsweise von Informatikern, mitzuhalten. Ohne deutliche Aufstockung der Investitionsmittel zielgerichtet für die stationäre Digitalisierung verliert Deutschland international als exzellenter Gesundheits- und medizinischer Forschungsstandort deutlich an Boden.

In den USA ist die Digitalisierung der Kliniken erst durch ein bundesstaatliches Gesetz (HITECH Act aus dem Jahre 2009) in Fahrt gekommen. Das Gesetz hat Investitionen von 27 Milliarden Dollar über zehn Jahre mobilisiert. Mittlerweile sind uns die USA beim Digitalisierungsgrad des Gesundheitssystems enteilt. Die Folge: Nach einer Studie des GKV-Spitzenverbandes stammen 75 Prozent der weltweiten Investitionen für Digital Health aus den USA, aus Deutschland lediglich 0,5 Prozent.
 
Wir brauchen einen Digitalpakt für die Kliniken in Deutschland; vergleichbar dem Digitalpakt für Schulen, wo der Bund rund fünf Milliarden Steuermittel zur Verfügung stellt. Die Bundesländer werden die notwendigen Investitionsmittel für die Digitalisierung der Kliniken – trotz aller berechtigten Kritik – nicht aufbringen. Mit dem Digitalforum Gesundheit in Berlin soll erreicht werden, dass sich die maßgeblichen Entscheider im Gesundheitssystem mit einer Stimme für einen „Digitalpakt Kliniken“ einsetzen. Hochkarätige Entscheider erörtern, welche konkreten Schritte zu gehen sind und wie das Tempo gesteigert werden kann.  

 

Seien Sie mit dabei! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Dr. Franz Dormann
Geschäftsführer Gesundheitsstadt Berlin